RUHEN INMITTEN DER WOGEN
Unsere Urnengemeinschaftsgrabanlage


Mit einer Andacht wurde die neue Urnengemeinschaftsgrabanlage am Samstag, 16. November um 15 Uhr eingeweiht. Im Anschluss konnte sie besichtigt und es konnten Fragen beantwortet werden.

 

Fotos von der Anlage und Entstehung!

Bunte Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und andere Insekten tummeln sich inmitten des Farbenmeeres aus Stauden in der neuen Urnengemeinschaftsgrabanlage auf dem Ev.-luth. Friedhof in der Süderstraße, und es ist eine Freude, ihrem Treiben zuzusehen. „Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen“, so lautet das mit EU-Mitteln geförderte Projekt der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, an dem die Christus-Kirchengemeinde als eine von insgesamt neun Kirchengemeinden in Niedersachsen teilnimmt.

Der Ort, an den wir unsere Toten bringen, soll ein Zeichen für das Leben sein und durch eine Erhöhung der Biodiversität seine Attraktivität gesteigert werden, so der Ausgangsgedanke. Staudenflächen, Blumenwiesen, neue Bäume, dichte Hecken aus einheimischen Gehölzen, blühende Grabfelder und vielfältige Nischen sind nicht nur grüne Oasen für Tiere, Insekten und Pflanzenarten, sondern sollen auch das menschliche Auge erfreuen. Im Sommer 2018 startete die Planung mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung in der Arche. Seitdem ist viel passiert. Mit der Anlage einer neuen Urnengemeinschaftsgrabanlage ist ein erster Teil des Projektes nun abgeschlossen und kann seiner Bestimmung übergeben werden.

„Ruhen inmitten der Wogen“ werden die Verstorbenen dort, was nicht nur durch die Insellage des Friedhofs auf Borkum, sondern auch symbolisch in der Anlage zum Ausdruck kommt. In seiner Mitte befindet sich ein angedeutetes Boot aus Lärchenholz, in dem Bänke zum Ausruhen, Verweilen und zur Andacht einladen und in dem auch kleine Trauerfeiern stattfinden können. Es bietet wie die Arche Noah Geborgenheit und Schutz in dem tosenden Meer, das durch die unterschiedlich hohen und teilweise in Blau gehaltenen Stauden dargestellt wird. Den Mast bildet ein Holzkreuz, christliches Symbol für das Leben, das stärker ist als der Tod. Es erinnert an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus.

Ein großer Anker, den die Christus-Kirchengemeinde im Jahr 1978 zu ihrem 75-jährigen Bestehen geschenkt bekommen hat, steht als Zeichen für den Glauben, der uns Halt gibt im Leben und Hoffnung über den Tod hinaus. Bei Gott können wir vor Anker gehen, „wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn“ (Röm 14,8b). Die Fläche um den Anker dient als Ablage für Blumen, die Angehörige im Gedenken an ihre Verstorbenen bringen.

Die Urnen werden sinnbildlich „inmitten der Wogen“ beigesetzt, also in dem ganzen Pflanzenmeer der blühenden Anlage. Dafür wurde die Fläche kartografiert und die Stellen für die Urnenbeisetzungen nummeriert. Nach der Beisetzung kann auf einer ca. 50cm hohen Stütze eine kleine Gedenkplatte mit Namen und Daten der Verstorbenen aufgestellt werden, die für alle Beisetzungen einheitlich von einem Borkumer Handwerksunternehmen hergestellt wird. Der Entwurf liegt bereits vor.

In der Anlage ist eine Beisetzung für alle möglich, gleich welcher Konfession oder Religionszugehörigkeit, für Insulanerinnen und Insulaner, aber ebenso auch für Gäste. Es gibt bereits Nachfragen nach Bestattungsplätzen und Reservierungswünschen. Es besteht schon zu Lebzeiten die Möglichkeit, einen Platz zu erwerben, für den eine einmalige Nutzungsgebühr für die Ruhezeit von 20 Jahren erhoben wird, die beim Erwerb und der Reservierung bezahlt wird. Weitere Kosten oder eine Unterhaltungsgebühr fallen nicht an. Die Ruhezeit beginnt natürlich erst mit der Beisetzung. Sie kann wie bei anderen Gräbern auf Wunsch jährlich unbegrenzt verlängert werden. Die Pflege der Anlage ist in den Kosten enthalten und wird von der Kirchengemeinde übernommen.


Auskünfte:
Friedhofsverwalterin Sonja Hartwig (T. 990231), Friedhofspfleger Holger Vierke (T. 01575 3060452) und Pastor Jörg Schulze (T. 2253).