Und hier ein Blick in die Geschichte auf Borkum vor 100 Jahren:

Gedenktafel zu antisemitischer Geschichte

Die Christus-Kirchengemeinde blickt in ihrer Geschichte auf einige dunkle Jahre zurück, die in Festschriften und Chroniken immer wieder ausgespart worden sind. Auf Anregung des Ökumenischen Arbeitskreises zum Thema "Bäderantisemitismus und Antisemitismus auf Borkum im 19. und 20. Jahrhundert" hat sich unser Kirchenvorstand intensiv mit der Person und den Aktivitäten von Ludwig Münchmeyer auseinandergesetzt, der in den Jahren 1920-1926 Pastor in unserer Kirchengemeinde gewesen ist. Er hielt antisemitische Hetzpredigten und agierte für ein judenfreies Borkum. Lange wurde seine Aktivität von der Hannoverschen Landeskirche geduldet. An sein unseliges Wirken soll nun mit einer Gedenktafel kritisch, mahnend und versöhnend erinnert werden.

 

Im Anschluss an einen Gedenkgottesdienst am Sonntag, 22. Juni 2014 mit Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (Regionalbischof im Sprengel Ostfriesland-Ems), Pastorin Prof. Dr. Ursula Rudnick (Beauftragte für Kirche und Judentum der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers), Superintendent Burghard Klemenz (Kirchenkreis Emden-Leer) und Pastor Jörg Schulze (Christus-Kirchengemeinde Borkum) wurde am Gemeindehaus Arche eine Gedenktafel enthüllt.

 

Die Anbringung der Tafel steht in sinnvollem Zusammenhang mit einer Verfassungsänderung, die die Synode der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers auf Initiative von Landesbischof Ralf Meister im November 2013 beschlossen hat mit folgender Ergänzung: „Die Landeskirche ist durch Gottes Wort und Verheißung mit dem jüdischen Volk verbunden. Sie achtet seine bleibende Erwählung zum Volk und Zeugen Gottes. Im Wissen um die Schuld unserer Kirche gegenüber Juden und Judentum sucht die Landeskirche nach Versöhnung. Sie fördert die Begegnung mit Juden und Judentum.“

 

Aus der Presse: Sprengel Ostfriesland-Ems

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Gedenktafel an der Arche
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